∞HUMAN

Exhibition
Participating Artist
Zoé Blanc & Livio Beyeler
Duration
December 07 - December 09 2017
Opening
December 07 2017 at 18.00 Uhr

eine performative Rauminstallation von Zoé Blanc und Livio Beyeler

Die performative Rauminstallation «∞ HUMAN» fordert eine dezidierte Verschiebung der Perspektive. So lassen Zoé Blanc und Livio Beyeler Kultur auf Natur prallen und bedienen sich am ganzen Spektrum der natürlichen und kulturellen Rohstoffe.

Sie dehnen Popkultur ins Unendliche, Verschieben Natürliches in seiner Wahrnehmung und erschaffen eine Installation die zwischen Raum und Zeit, Traum und Wirklichkeit tanzt.

Das Zentrum der Installation bildet eine long-duration Performance, bei der während drei Tagen Kresse auf einem menschlichen Körper wächst. Unantastbar für Gezeiten liegt der Körper in einem Beet aus Erdreich und wandelt in seinem sterblichen Zustand zwischen Wachtraum und schlafender Existenz.

Während sich Natur ihren Weg bahnt, umkränzt sie die bunten Plastikobjekte, erweist ihnen die letzte, lange Ehre und bettet ihnen ein ewiges Grab. Der Körper – weder jung noch alt – zeitlich nicht klar einzuordnen, ist der einer Kindfrau, weder Mutter noch Tochter, ein Mensch mit Schmuck, ein Mensch dessen Geschichte nun keine Rolle mehr spielt und im Zusammenhang mit dem Passierenden versinkt.

Der Raum korrespondiert mit dem Körper, nimmt mit allen Mitteln den Diskurs auf und trägt ihn in eine höhere Dimension. Die Prämisse für den Raum ist die Liebesbeziehung zwischen Natur und Kultur. Wobei sich Natur gewaltfrei ihren Weg schafft und fast rücksichtsvoll den nicht verrottenden, bunten Plastikkulturobjekten zu schmeicheln versucht. Zartes Grün trifft auf knalliges Pink um würdevoll zu kontrastieren. So existiert das eine nicht nur mit dem anderen, sondern vielmehr für das andere. Im Nebenraum herrscht derweil der kalte Winter, der altes Metall und den kühlen Erdboden auf seine eigene Art vereint, verwebt und konserviert. Seine sterile harte Arbeitsweise steht im Kontrast zum zarten, sich sanft bahnenden Weg, der frühlingshaft anmutenden Kresseknospen, auf dem Körper im Hauptraum. Kultur fordert derweil immer mehr von Natur. Sie annektiert und fesselt ihre Geliebte und macht sie sich zu eigen.

Die sanftmütige Natur zieht sich jedoch nicht zurück, sondern lässt über sich ergehen und erträgt die Avancen von Kultur. Gefangen in einem Teufelskreis aus Hingabe und Einnahme zerrinnen und verwesen die beiden ineinander, wie der Körper, der im Mittelpunkt des Raumes liegt. Lebendige Morbidität und verwesendes Wachstum geben sich im gesamten Raum die Hand und evozieren Bilder und Sehnsucht nach der Zeitlosigkeit und dem Drang nach Leben. Eine Liebeserklärung an den Menschen, der immer bloss ein kleiner Part des Grossen Ganzen war und auch bleiben wird.