Opening – Pastos Famos, Thursday, 22. February 2018, 6 – 9 pm

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Participating Artist
Catrine Bodum-Bak, Heidi Izzo, Nadja Kirschgarten, Lee Lichtenstein, Sarah Solderer
Duration
February 22 - February 22 2018
Opening
February 22 2018

Uns überschwemmt die Bilderflut sprichwörtlich. Es scheint mehr denn je eine bewusste Entscheidung zu sein, sich für das langsame und analoge Medium der Malerei zu entscheiden. Hier stellt sich die Frage, welche Strategien die zeitgenössische Malerei heute verfolgt? Schon ‘zigmal’ wurde sie totgesagt unter anderem auch deswegen, weil man sich auf der bequemen Ausrede, dass tradierte Sichtweisen aus dem Blickfeld rückten, ausruhen konnte. Ist dem wirklich so?
Die fünf KünstlerInnen: Catrine Bodum-Bak, Heidi Izzo, Nadja Kirschgarten, Lee Lichtenstein und Sarah Solderer verwenden die Kunstgeschichte sehr wohl für ihre Zwecke. Auch sie befragen das “Bild im Bild”. Die Frage nach dem Wert des Bildes, ist heute kaum mehr in ihrer formalistischen Betrachtungsweise, der Autonomie der Form, Farbe und Komposition zu finden. Womöglich wird es nie eine andere Kunstform geben, ausser die Malerei, welche durch ihre Geschichte so geeignet ist, über Bilder nachzudenken. Nachdem die westliche Avantgarde, die akademischen Ansprüche, dann den Gegenstand, das Figurative und am Ende das “Können” zum Kippen gebracht hat, musste sich die Malerei “neue Aufgaben” suchen. Dies tut sie auch heute, vielleicht sogar mehr denn je. Versucht sie doch durch analoges Darstellen dem Digitalen entgegenzusteuern,  wie einst zu ihrer historischen Krise als die Fotografie aufkam. Nur mit dem Unterschied heute kaum mehr den Anspruch zu verfolgen, die physische Wirklichkeit in den Bildraum zu flechten.
Feststeht, dass die Malerei Spuren und Gesten der Vergangenheit anders generiert als Digitales. Der Pinselstrich konserviert vergangene Handlungen, hinterlässt Gesten des Geschehenen und eröffnet die Sicht auf das, was danach passiert ist. Das Resultat ist ablesbar. Bewegung und Gestus verfolgen also immer noch die gleich starke Präsenz. Pastose Farbaufträge gestalten haptische Qualitäten, konturieren und erzeugen visuelle Reibungen. Das Sujet spielt hier nicht mehr dieselbe Rolle wie früher. Abstraktes kann bemerkenswert reale Freiräume im Bild erzwingen.
Warum fünf KünstlerInnen? Weil sie in ihrer Arbeit nicht unterschiedlicher sein könnten und weil die Aussage “Frauen malen nicht so gut, das ist ein Fakt” von G. Baselitz einfach nicht stimmt.