POST NO BILLS

Exhibition
Participating Artist
Christian Calabro
Duration
März 22 - April 21 2018
Opening
März 22 2018 at 18.00 Uhr

CHRISTIAN CALABRÒ
22. März 2018 – 21. April 2018

Rundgang durch die Ausstellung mit Christian Calabrò
Donnerstag, 29. März 2018, 18.00 – 20.00 Uhr

Die Aussage „Post No Bills“ betitelt die kommende Ausstellung von Christian Calabrò und bezieht sich auf das Werbeverbot auf öffentlichem Eigentum in amerikanischen Städten. Bis heute schmücken sich Baustellen, öffentliche Plätze, Bahnhöfe, Unterfüh- rungen und Abschrankungen mit dieser Warnung, die aus dem Protest gegen dieses Verbot geboren wurden.
„Post no bills“ mahnt, dass es unsittlich ist, Notizen, Werbeplakate oder Flugblattschriften an bestimmten Orten anzubringen, wobei sich der Begriff „bill“ hier nur noch im entfernteren Sinne auf „Rechnung“ oder „Handzettel“ beruft und vielmehr auf die sogenan- nten „billboards“ hinweist. Billboards sind jene gro- ßen Panels, die mit Werbebotschaften Autobahnen und Highways markieren.
In der Ausstellung „Post no bills“ ist auf unterschied- liche Weise zu beobachten, wie der in New York lebende Schweizer Künstler Christian Calabrò eben- diese Kommodifizierung angreift und sich zu eigen macht. Einerseits spielt Calabrò ähnlich wie es die
Werbung macht, mit visuell-verbalen Merkmalen, bei welchen die Signifikanten das vermitteln, was nicht unbedingt gesagt bzw. geschrieben werden muss, andererseits verurteilt er in seinen Collagen und Assemblagen auch die Rechtfertigung Werbung zu zerstören. Ähnlich wie Banksy formuliert Christian Calabrò hier die Strategie des „brandalism“. Da ist nämlich einerseits die Kritik, dass der öffentliche Raum komplett durchmachtet und durchkuratiert ist. Gleichzeitig wirft Calabrò der Öffentlichkeit vor, nichts dagegen zu unternehmen. Daraus folgend stellt sich die Frage, wie sich heute Öffentlichkeit
definiert, denn eigentlich findet sie schon lange nicht mehr statt. Öffentlichkeit inszeniert sich, wirft soziale Regeln über Bord und kanalisiert durch Medien. Es wirkt fast so, als ob Calabrò nachfragen würde, wie sinnvoll die Warnung an sich ist, denn das Anbrin- gen dieser Schilder ist bereits ein Akt der Raum- aneignung und stellt wiederum Machtverhältnisse in Frage. So entlarvt er in seinen Arbeiten genau diesen „neuen“ Wahrnehmungsraum auch als Propaganda- transmitter, welcher fähig ist langfristig zu manipulie- ren. Es finden sich in seinen Assemblagen namhafte Politiker wieder, die possenhaft, dümmlich vorgeführt
werden. Kim Jong-un grinst debil in die Kamera wäh- rend hinter ihm zwei Delphine Wasserballett tanzen. Donald Trump gestikuliert in Willkommensmanier mit offenen Armen, während „Lady Liberty“ in Flammen aufgeht.
Christian Calabrò arbeitet ausschliesslich mit Fund- stücken. Es sind Plakatreste, die er sammelt und neu zusammenfügt. In der kommenden Ausstellung in der TART Zürich präsentiert er neuere Arbeiten von 2016 bis 2018.