Rundgang – «Reversible» mit Douglas Mandry, Donnerstag, 28. März, 19 – 20 Uhr

Exhibition
Participating Artist
Douglas Mandry
Duration
März 28 - März 28 2019
Opening
März 28 2019

Rundgang:
Samstag, 09. März, ab 16 Uhr
Donnerstag, 28 März, ab 19 Uhr

“Reversible”

Das Wort “gegen” aus dem lateinischen Wort versus entsteht in seiner verborgenstenund ältesten Bedeutung und seinem irdischsten Sinn aus dem Hören des Vogelgesangs.
Dieses Laufendes Verses, dieser vorherrschende kommunikative Charakter wird daher durch den beharrlichen kommunikativen Austausch zwischen den Vögeln, der fast viszeral ist und den ganzen Körper erfasst, völlig offenkundig.
Diese Ausstellung „zugänglich für Umkehrung“ scheint sich genau darauf zu beziehen: auf einen beharrlichen und dauerhaften Dialog zwischen zwei Vögeln, welche auf zwei verschiedenen und gegenüberliegenden Bäumen positioniert sind und miteinander flüstern.
Was die Möglichkeit einer Reversibilität empfehlt, ist sicherlich das Vorhandensein gemeinsamer Aspekte in der Arbeit der beiden Künstler, aber gleichzeitig auch der Unterschiede, die in ihrem Umkreis zusammenfallen. Die künstlerische Forschung von Simon Heusser und Douglas Mandry (Courtesy of Bildhalle) untersucht zu tiefst den Begriff des Status quo des Objekts und daher sein Fortbestehen im Raum, was es selbst zum Objekt macht.
Diese Untersuchung und die subtile Dialektik, welche diese beiden konstitutiven Elemente des Seins in der Welt betrifft (das Objekt ist der Raum selbst, sein Raummachen im Raum ermöglicht es ihm, sich als Objekt darzustellen), wird auf den ersten Blick von den beiden Künstlern mittels verschiedener Ausdrücke untersucht: Skulptur und Fotografie. Ihre Raumforschung bewirkt jedoch, dass das Ausdruckselement zu einem Moment der Verbindung gelangt: Die Nähe von Mandry zum bildhauerischen Element zeigt sich offenkundig in seiner Untersuchung ausserhalb der Zweidimensionalität und die Anhänglichkeit an die Verwendung des Rohmaterials von beiden ist zweifellos ein grundlegender Aspekt in ihrer Arbeit.
Hier kehren die Bäume und Lieder zurück: Die Annährung von Mandry an das taktile Element in seinem kreativen Prozess ist vollkommen charakteristisch, die Formbarkeit und die Überlagerung von etwas ausschliesslich Sichtbarem findet in den Händen des Künstlers eine Kunsthandwerklichkeit, die das materielle Element dekantiert, das seiner Arbeit Einzigartigkeit und Irreversibilität verleiht; der kreative, fotografische Prozess wird nicht wiederholbar, wie der Malerische.
Und so wird in einer Ausstellung von Verweisen, in der der Vers des einen aus dem Mund des anderen gesungen wird, ein Aspekt der Nicht-Reversibilität, Nicht-Wiederholbarkeit offenbart und trotzdem stellt dies ein Aspekt der Verbindung dar: die Einzigartigkeit der Arbeit bezieht sich auf die Nichtreproduzierbarkeit von Heussers bildhauerischen Arbeit.
Heussers Arbeit ist von Erde durchdrungen, das Rohmaterial und das vollkommene Fehlen von jeglichen, elektronischen Geräten im kreativen Prozess bewirken, dass in seinen Skulpturen das Dichteelement, das für die Untersuchung des Objekts wesentlich ist, überwiegend greifbar ist: der räumliche Tanz des Objekts ist von Heusser bereits in der Wahl der verwendeten Materialen festgelegt, die auf dem Höhepunkt der Arbeit diese Dialektik von Gleichgewichten finden, die bereits schlafend am Flüstern waren.
Vielleicht ist das Ergebnis einer solch aufregenden Dialektik eine Gesamtheit von Versen oder ein Gedicht, durch das der eine dem anderen den Rhythmus gibt. Ist das vielleicht der Tongeküssten Reime?

Domenico de Chirico (Curator, Editor), 2019
Übersetzt von Carmela Fruci