Performance mit Janine Eisenächer & Steffi Weismann, Samstag, 16. Februar, 12 – 21 Uhr

Exhibition
Participating Artist
Janine Eisenächer & Steffi Weismann
Duration
Februar 16 - Februar 16 2019
Opening
Februar 16 2019

Janine Eisenächer und Steffi Weismann (Berlin/D)

READYMADE GRÜÜSCHSCHSCH ——-

Zum Hörwissen (in) der Performancekunst.
Ausstellung/ Hörraum/ Performance
(Ausstellung und Hörraum 12 bis 21 Uhr, Performance: 19 Uhr)

Die Performance- und Soundkünstlerinnen Janine Eisenächer und Steffi Weismann kommen für LEFTOVER zum ersten Mal für eine gemeinsame künstlerische Arbeit zusammen. In READYMADE GRÜÜSCHSCHSCH ——- reflektieren sie die Relevanz von Geräuschen und Klängen, die durch Performance-Handlungen mit Materialien und Dingen entstehen, und fragen weiterführend nach dem Hörwissen (in) der Performancekunst. Wie beeinflussen die jeweils generierten Materialgeräusche oder -klänge den weiteren Verlauf der Performance? Wie nehmen wir den Raum wahr? Was erfahren wir über Alltagsgegenstände und wie begegnen wir ihnen, wenn wir ihr akustisches Potential spielerisch entdecken und ihnen zuhören? Was bleibt von einer Performance, die sich auf die Produktion von Geräuschen oder Klängen konzentriert?
Für READYMADE GRÜÜSCHSCHSCH ——- erarbeiten Eisenächer und Weismann ein performatives Gesprächsformat, das sich dem Nach-Hören klangpraktischer Handlungen und Materialsounds von erlebten Performances widmet. Zu dem Gespräch laden die Künstlerinnen weitere Gäste ein und präsentieren dieses im Rahmen der Ausstellung. Darüber hinaus verwandeln sie die TART in einen Hörraum, der den Besucher*innen anhand von konkreten Handlungs- und Höranweisungen verschiedene Möglichkeiten zur performativen Interaktion und Reflektion bietet. In ihrer Live-Performance am Abend verdichten Eisenächer und Weismann die über den Tag gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse, indem sie mit einer Auswahl an Objekten und Materialien verschiedene klangpraktische Handlungen im Innen-, Außen- und Zwischenraum der TART vollziehen. Die dabei entstehenden „GRÜÜSCHSCHSCH-Skulpturen“ („GRÜÜSCHSCHSCH-Readymades“) werden schließlich Teil der Ausstellung.

Steffi Weismann ist Performance- und Intermediakünstlerin und beschäftigt sich mit situativen und interaktiven Konzepten in Performances und audiovisuellen Installationen. Seit 2010 realisiert sie „Instant-Kompositionen“ für Stimmen und Fieldrecordings mit dem portablen Soundgürtel LapStrap (Performances im ZKM Karlsruhe, Museum Serralves Porto, Performance Arcade Neuseeland, Performance Reihe Neu-Oerlikon u.a.). Sie erhielt Stipendien und Residenzen in Los Angeles, Johannesburg, Basel, Brüssel und Wien. Mit dem Ensemble Maulwerker realisierte sie als Vokalperformerin zahlreiche Projekte im Bereich der zeitgenössischen Musik und Auftritte mit den Fluxus-Künstler*innen Emmett Williams, Ben Patterson und Alison Knowles. Steffi Weismann war Mitgründerin des Kunsthauses KuLe (Kunst & Leben) in Berlin-Mitte und koordinierte dort von 2015- 2018 das Programm des künstlerischen Projektraumes. Sie pflegt seit vielen Jahren einen Austausch mit der Schweizer Performanceszene. www.steffiweismann.de

Janine Eisenächer ist Performancekünstlerin, Kuratorin und Wissenschaftlerin und setzt sich seit 2006 in ihren Performances zentral mit den Themen Arbeit, Zusammenarbeit und Ökologie auseinander. Aktuell arbeitet sie künstlerisch und wissenschaftlich zur Rolle und Relevanz klangpraktischer Handlungen und der auditiven Dimension in Performancekunst. Ihre Lecture und Sound Performances untersuchen darin genauer das Verhältnis zwischen Menschen, Dingen und nicht-menschlichen Akteuren und fragen danach, wie wir speziell durch das Hören die Welt wahrnehmen, Beziehungen zu dieser aufbauen und Wissen produzieren. Ihre Performances präsentierte sie auf zahlreichen Festivals und Veranstatungen in Europa, Nordamerika und Aotearoa Neuseeland (u.a. PAN Vienna im WUK Wien, VIVA! Art Action in Montréal, Performance Arcade in Wellington, Sofia Underground in Sofia) und war Residency-Stipendiatin des Goethe Instituts Neuseeland im Jahr 2017. Janine Eisenächer war Teil des Performance-Duos Eisenächer/Harder CLAIMS (2006-2011) und Kuratorin des Performer Stammtischs Berlin (2007-2011). Seit 2009 ist sie Mitglied im Vorstand und in der Programmgruppe des Berliner Kunstvereins und Projektraumes Flutgraben e.V. und arbeitet darüber hinaus in kollektiven Zusammenhängen wie Inverse Institution und wwwz – wie wollen wir zusammenarbeiten? Zu zeitgenössischen institutionskritischen Praxen und Formen freischaffender Zusammenarbeit im Feld der Kunst- und Kulturproduktion.

LEFTOVER
kuratiert von Livio Beyeler

Die Performance Ausstellung LEFTOVER setzt sich mit dem künstlerischen Potential vom Überbliebenen auseinander.
Die Ausstellung ist ein Vorschlag performative Brücken zu Gesprächsrelikten zu finden und diese in eine formale Ökonomie der Performancekunst zu überführen.

Vor der Ausstellung werden die ausgestellten Positionen Gespräche mit einer Person ihrer Wahl führen. Diese Treffen werden dokumentiert und führen in eine künstlerische Auseinandersetzung mit den besprochenen Inhalten, Themen und Erinnerungen. Das künstlerische „Destillat“ dieser Gespräche wird während einem Tagen als Einzelarbeit in der TART Zürich ausgestellt.

Die Künstler*innen werden sich nach Beendigung ihrer Arbeit für ein LEFTOVER ihrer Performance entschieden, welches als Skulptur während der gesamten Ausstellungszeit zum Verkauf steht. Dieses Objekt nimmt die Prozessualität der Ausstellung wieder in sich auf, da es im besten Falle in eine neue Gesprächsschleife mündet.